27/07/15 Allgemein , Social Media

Von Authentizität, Aufregung und Anstand: Zur Diskussionskultur in den Medien

Die letzten Wochen waren, sozialmedial betrachtet, ein ziemliches Fiasko. Angefangen bei #merkelstreichelt über Dieter Nuhrs Griechenwitz bis hin zu Denkverboten für Monica Lierhaus und tiefrechten Drohungen an Sascha Lobo – das Land der Dichter und Denker erschien mir in letzter Zeit eher wie die Heimstatt der Schreihälse und Hetzer. Bei mir löste diese Stimmung erst großes Unwohlsein und dann Rückzugstendenzen aus Facebook und Twitter aus; ich habe mich aller Diskussionen enthalten und mich nur noch zu Flauschthemen geäußert. Mit ein wenig Abstand möchte ich aber dennoch versuchen, ein paar Gedanken dazu zu ordnen.

Die Renaissance des Shitstorms

War es 2013 oder erst 2014, als ich in Workshops, privaten Gesprächen etc. selbstbewusst und überzeugt verkündete, der Begriff „Shitstorm“ hätte seinen Zenith überschritten und mittlerweile könnten Unternehmen, Promis und Privatpersonen Empörungswellen im Netz differenzierter betrachten und einordnen? Egal – ich lag falsch. Continue reading

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20/05/15 Bücher , Literatur etc. # ,

Crowdfunding mal anders: Wie die Community einer Familie in Not hilft

Crowdfunding mal anders: Wie die Community einer Familie in Not hilft

Es gibt Phasen, in denen ich persönlich hauptsächlich genervt bin von Social Networks, insbesondere von Facebook – die ganze Aufregungsmaschinerie, der Drang, sich möglichst schnell möglichst undifferenzierte Meinungen zu bilden – gerade, wenn Schlimmes passiert auf der Welt, nehme ich mir gern (kurze) Pausen, um der Zynismusfalle zu entgehen.

Und dann passieren Dinge, die sich kein Storytelling-Experte besser hätte ausdenken können: Menschen helfen (fremden) Menschen in Not. Ein vor neun Jahren in Eigenverlag veröffentlichter Roman ist heute auf Platz zwei der Amazon-Charts geschnellt; gekauft von Menschen, die die Familie des schwer erkrankten Autors in einer grauenhaften Situation finanziell unterstützen möchten (die Geschichte im Detail auf Facebook). Auf Facebook wurde der Aufruf seiner Frau innerhalb der ersten 21 Stunden fast 2.800 mal geshared, auf Twitter ist #einbuchfürkai ein Selbstläufer und die klassischen Medien springen auch bereits auf den Zug auf.

Ich habe von Kai-Eric bis gestern noch nie gehört, muss ich zugeben. Und höchst wahrscheinlich hätte ich entsprechend auch kein Geld gespendet, auch das gebe ich gern zu. Aber ein Buch zu kaufen fällt einer Leseratte wie mir nie schwer und „Willkommen im Meer“ klingt ohnehin spannend. Diese Welle der Solidarität mitzureiten fühlt sich also persönlich gut an und ist das perfekte Gegengift gegen aufkommenden Facebook-Zynismus.

Hier wird es dann demnächst eine ehrliche Buchrezension geben. Dem Autor und seiner Familie wünsche ich so viel mehr Gutes als „nur“ den finanziellen Puffer, den sie hoffentlich durch diese tolle Aktion im SOZIALEN Netzwerk bekommen.

"Willkommen im Meer": Von einer Welle der Solidarität ganz oben auf die Bestseller-Listen gespült.

„Willkommen im Meer“: Von einer Welle der Solidarität ganz oben auf die Bestseller-Listen gespült.

 

 

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Gelesen, erlebt, bedacht
In meinem Blog beschäftige ich mich mit Themen, die mich bewegen, Menschen, die mich beeindrucken, Orten, die mich inspirieren… Unregelmäßig, subjektiv und teils sogar persönlich. Ich freue mich auf Kommentare und Gespräche an dieser Stelle!
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